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Vajrayana


K1024 270Der wesentliche Teil des tibetischen Buddhismus wird als Vajrayana bezeichnet. Allgemein unterscheiden wir im Buddhismus Hinayana, Mahayana und Vajrayana. Der Hauptfokus liegt im tibetischen Buddhismus auf dem Vajrayana, den wir auch als tantrischen Buddhismus bezeichnen können. Die Hauptpraxis des Vajrayana besteht in der Transformation. Dies ist vergleichbar mit der Alchemie der westlichen Tradition, die sich ebenfalls mit der Transformation befasst. Hierbei geht es nicht allein um die Transformation von materiellen Substanzen wie Metallen, Mineralien und Pflanzen, sondern auch um die Transformation des Geistes und der Emotionen. Der Vajrayana ist sehr ähnlich in seiner Sicht auf den Geist und die Emotionen, wie wir damit umgehen und sie umwandeln können. Ähnlich auch in der tibetischen Medizin. Wir verwenden dort viele giftige Kräuter wie etwa Aconitum, den Eisenhut. Es ist weithin bekannt, wie giftig und gefährlich diese Pflanze ist, aber wenn man weiß, wie sie richtig bearbeitet werden muss und wie man sie anwendet, dann ist sie eine sehr gute Arznei.
Dies ist eine gute Analogie zu dem, was im Vajrayana als Geistesgifte bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um unsere negativen geistigen Zustände wie Zorn, Unwissen, Begierde und dergleichen. Im Vajrayana bezeichnen wir diese Zustände als Gifte, aber diese Bezeichnung beinhaltet keine Wertung, d.h. sie drückt nicht aus, dass es sich grundsätzlich um etwas Negatives oder Böses handele. Vielmehr bezeichnet „Gift“ etwas Gefährliches, das jedoch sehr nützlich und hilfreich sein kann, wenn man es kennt und zu nutzen versteht. So geht es also um Techniken, mit den Emotionen umzugehen und sie auf unterschiedliche Weisen umzuwandeln. Diese Techniken werden in drei Stufen präsentiert:

1. Die Erzeugungsstufe, tib. Kkye rim (bskkyed rim):

Der Hauptgrund für all unsere Probleme, unsere negativen Emotionen usw., besteht in unserer Anhaftung an ein Selbst. Die Selbstanhaftung ist die Wurzel all unserer Probleme. In der Praxis der Erzeugungsstufe transformieren wir uns in ein anderes Wesen, in eine friedvolle oder zornvolle Buddha-Gottheit. Ich als Person kann ein bestimmtes Problem haben, aber wenn ich mich in eine Buddha-Gottheit verwandle, so fällt dieses Problem von mir ab, denn ein Buddha hat keine menschlichen Probleme. Dies ist ein sehr geschickter Weg, mit dem Kernproblem unserer gewöhnlichen Anhaftung an ein Selbst umzugehen und es zu überwinden.


2. Die Vollendungsstufe, tib. dzog rim (rdzogs rim):

Über diese Stufe der Praxis erlangen wir ein tieferes Verständnis über uns, über unseren Körper, unsere Energie und unseren Geist, wir sprechen in diesem Zusammenhang vom Vajra-Körper, von der Vajra-Rede und vom Vajra-Geist. Je mehr wir uns selbst entdecken, desto mehr verstehen wir die tiefe Bedeutung, die uns innewohnt. Es gibt nichts, was wir außen suchen müssen, denn wir tragen alles, was wir brauchen, in uns, insbesondere was die Energie, die Weisheit und das höchste Potential betrifft. „Vollendungsstufe“ bedeutet, dass eigentlich bereits alles vollständig in uns vorhanden ist. Wir müssen aber trotzdem immer noch damit arbeiten und praktizieren. Durch diese Praxis können wir dann all unsere Probleme überwinden, wenn unser Ziel die höchste spirituelle Erleuchtung ist. Wir bündeln unsere Energie und unseren Geist und können dann in unserem Leben alles erreichen, was wir wollen.
Die Vollendungsstufe umfasst die sechs Yogas: Die innere Hitze, den Illusionskörper, das klare Licht, Traumyoga, Bardo und Phowa. Dies ist der Hauptteil der Vollendungsstufe. Auch Karmamudra gehört hierher.


3. Die letzte Stufe des Vajrayana ist Mahamudra bzw. Atiyoga oder Dzogpa Chenpo.

Grundsätzlich ist das das Gleiche. Hier begeben wir uns auf sehr tiefgründige Ebenen um herauszufinden, was die letztendliche Natur unseres Geistes ist. Wenn wir erst einmal durch die Meditation diesen Bereich erreicht haben, dann befreien wir uns damit von allen Umständen, allem Leid und allen Problemen und erlangen die letztendliche Freiheit. Dies nennen wir die spirituelle Erleuchtung, das Ziel des Vajrayana.
Vajrayana bietet viele verschiedene Arten von Praktiken und Methoden, wie etwa Mantra, Visualisationen, Yoga-Übungen etc. Der Grund dafür besteht darin, dass es viele verschiedene Menschen mit vielen verschiedenen Mentalitäten gibt. Passen die Übungen zu ihnen, so sind sie einfacher zu praktizieren. Das ist wie eine Auswahl verschiedener Gerichte: Verschiedene Menschen bevorzugen unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Manche Leute mögen Reis, andere mögen Pasta, manche essen gerne Fleisch, andere bevorzugen vegetarisches Essen. Ähnlich ist es mit unserer Mentalität. Es gibt nicht nur einen Unterschied zwischen einer westlichen und einer östlichen Mentalität, sondern es gibt sowohl im Westen wie auch im Osten viele verschiedene Mentalitäten. Daher ist der Vajrayana sehr geschickt und präsentiert entsprechend viele verschiedene Arten der Praxis.
Das bedeutet nicht, dass eine Person alle Methoden praktizieren soll. Es ist sehr wichtig erst einmal herauszufinden, welche Praxis am besten zu einem passt, die Art Praxis, die für einen selbst am effektivsten ist. „Effektive Meditation“ oder „effektive Praxis“ bedeutet eine Methode, die uns hilft, etwas zu verstehen und leichter mit uns umzugehen. Fällt es uns erst einmal leichter mit uns selbst umzugehen, dann wird auch unser Umgang mit anderen einfacher. Vajrayana-Praxis ist also wie eine Reise. Bevor man diese Reise antritt, ist es notwendig, Bücher zu lesen, Belehrungen zu hören, gründlich nachzudenken. Ist man interessiert daran, sich auf diese Reise zu machen, so ist es besser, sich darüber im Klaren zu sein, welche Reise man möchte und wirklich liebt. Dann kann man sich mit all seinem Bemühen und voller Vertrauen auf den Weg machen und die Reise schließlich vollenden. Und das ist der Vajrayana. Dr.Nida über Vajrayana, aus dem Englischen von O.Ohanecian


Die unterschiedlichen Schulen und Praktiken haben sich der Überlieferung nach aufgrund der unterschiedlichen Mentalitäten und Kapazitäten der Praktizierenden herausgebildet. Man sollte sie daher nicht als miteinander konkurrierende Systeme verstehen, sondern eher als unterschiedliche Werkzeuge, die für unterschiedliche Personen geeignet sind. Genau genommen bilden die „unteren“ Fahrzeuge die Grundlage für das nächst höhere Fahrzeug.

hinayana bild

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Die allgemeinen Hauptpraktiken im Anuttara-Tantra
a) Kyedrim – Erschaffungspraxis (beinhaltet Gottheitenyoga, Guru-Deva-Dakini-Praktiken) – bereinigen die Vergangenheit/ Geburt, Erschaffung unseres Selbst als Gottheit (ursprünglich rein)
b) Dzogrim – Vollendungsstufe (energetische Praktiken, die sechs Yogas (z.B. 6 Yogas von Naropa, 6 Yogas von Niguma) – bereinigt die Zukunft/ Todesprozess
c) Mahamudra „Erkennen der Natur des Geistes“


Um der zunehmenden Konkurrenz zwischen den unterschiedlichen Schulrichtungen entgegenzuwirken hat sich die Rime-Bewegung ergeben. Ziel dieser nicht-sektiererischen Bewegung war und ist es die Schulrichtungen miteinander zu vereinen und so zu mehr Harmonie untereinander zu führen. Rime-Praktizierende studieren daher die Philosophien der unterschiedlichen Schulrichtungen und Praktizieren anschließend die Praktiken, die ihnen am meisten zugänglich sind.
Aus den Belehrungen mit Dr.Nida